agronoticias.es

Für Niedersachsens Frühkartoffelanbauer ist eine Saison der Extreme zu Ende gegangen. Das trifft nach Mitteilung des Landvolk-Pressedienstes sowohl für die Witterungsverhältnisse als auch den Markt zu.

„Wir haben bei sehr niedrigen Temperaturen und vielen Niederschlägen die Pflanzarbeiten erledigen müssen, Dauerhitze und ausgeprägte Trockenheit haben uns über die gesamte Erntezeit begleitet", schildert Henning Meyer, Vorsitzender der Frühkartoffel-Erzeugergemeinschaft im Raum Burgdorf in der Region Hannover. Auch die Bewegungen an den Märkten waren mit großen Ausschlägen verbunden. Die Ernte startete bei recht positiver Stimmung, es folgte ein Preisabschwung, der sich erst Ende Juli wieder drehte. „Wir Frühkartoffelanbauer haben von der Nachfrage der Verarbeitungsunternehmen profitiert", schildert Meyer. Dagegen kollidierte der Verkauf an den Lebensmittel- einzelhandel mit einem starken Kartoffelangebot aus dem Mittelmeerraum. „Der Lebensmitteleinzelhandel fordert Regionalität und bewirbt saisonale Produkte, aber im Zweifelsfall bevorzugt er preiswerte Ware", kritisiert Meyer. Dieser Widerspruch an Erwartungen und tatsächlichem Handeln bugsiere die Erzeuger vor Ort ins Abseits. „Wir haben hohe Kosten durch unsere strengen Standards", erklärt Meyer. Die Landwirte würden diese akzeptieren, könnten dann aber im Preis nicht mit den Billigangeboten der Konkurrenz aus dem Ausland mithalten.

Schließlich setzte den Frühkartoffelerzeugern nach dem kalten Start in das Anbaujahr auch die Hitze ab Ende Mai zu. Die hohen Temperaturen verursachten kleinere Knollen und damit eine im Durchschnitt um rund ein Fünftel geringere Ernte als im Vorjahr. Zusätzlich waren große Beregnungsmengen notwendig, die die Erzeugungskosten zusätzlich in die Höhe trieben. „Nach einem schwierigen Jahr 2017 sorgte auch 2018 für erheblich Probleme", zieht Meyer Bilanz. Er rechnet damit, dass viele Betriebsleiter den Frühkartoffelanbau einer kritischen Prüfung unterziehen werden und die Anbaufläche zukünftig kleiner ausfallen könnte. Aktuell haben im Großraum Hannover 160 Landwirte auf einer Fläche von 2.700 ha Frühkartoffeln im Anbau. Beliebteste Speisekartoffel in diesem Segment bleiben „Allians" und „Belana", die Verarbeitungsunternehmen nutzen am liebsten „Premiere" und „Zorba" als Pommesrohstoff. LPD 63/2018
Foto: LPD