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Anlässlich des zehnjährigen Partnerschaftsjubiläums mit der gemeinnützigen Initiative „brotZeit e.V." hat Lidl eine repräsentative Studie zur Ernährungs-, Betreuungs- und Fördersituation von Grundschülern in Deutschland in Auftrag gegeben.

Noch keine ausgewogene Chancengerechtigkeit für Grundschulkinder in Deutschland: Zu diesem Ergebnis kommt der „Lidl-Chancen-Check". Die repräsentative Studie zur Ernährungs-, Betreuungs- und Fördersituation von Grundschülern wurde von Lidl Deutschland anlässlich des zehnjährigen Partnerschaftsjubiläums mit der gemeinnützigen Initiative „brotZeit e.V." in Auftrag gegeben. Lidl unterstützt die Initiative jährlich mit 450 Tonnen frischen Lebensmitteln. Für die Untersuchung hat das Institut für Demoskopie Allensbach (IfD) im Frühjahr 2019 rund 1.000 Mütter und Väter von Grundschulkindern in persönlichen Interviews befragt. Die Studie bestätigt, dass geregelte Mahlzeiten, eine verlässliche Betreuung am Nachmittag und individuelle Förderung erkennbare Auswirkungen auf den Bildungserfolg haben.

Jedes zehnte Grundschulkind bekommt zu Hause kein Frühstück
Regelmäßige Mahlzeiten wirken sich positiv auf die Konzentrations- und Leistungsfähigkeit von Kindern aus – und damit auf den Lernerfolg. Die große Mehrheit der Eltern (82 Prozent) hat das Gefühl, ihr Kind gut zu versorgen. Dennoch geben mehr als die Hälfte der Befragten (57 Prozent) an, dass es ihnen im Alltag schwerfällt beziehungsweise überhaupt nicht gelingt, ihrem Anspruch an eine ideale Kinderernährung gerecht zu werden. Eine Folge davon ist, dass zehn Prozent der Grundschüler in Deutschland jeden Morgen ohne Frühstück das Haus verlassen. Das entspricht rund 300.000 Kindern zwischen sechs und zehn Jahren. Überdurchschnittlich oft betroffen sind Kinder aus der einfacheren Schicht und von Alleinerziehenden (jeweils 18 Prozent).

300.000 Plätze fehlen in der Nachmittagsbetreuung
Eine verlässliche Nachmittagsbetreuung von Grundschülern ist für die Vereinbarkeit von Beruf und Familie wichtig. Sie verbessert auch die Bildungs- und Teilhabechancen der Kinder. Aktuell besuchen 47 Prozent (1,4 Millionen) der Grundschüler in Deutschland eine Ganztagsschule oder einen Hort. Bis 2025 soll hierfür ein Rechtsanspruch eingeführt werden. Für viele Eltern ein notwendiger Schritt: Denn zehn Prozent von ihnen (entspricht 300.000 Plätzen) würden sich eine Hort- oder Ganztagsschulbetreuung für ihr Kind wünschen, finden aber keinen geeigneten Platz. Dafür gibt es zwei wesentliche Gründe: erstens, keine freien Plätze oder Einrichtungen im Umfeld, zweitens, zu hohe Gebühren (23 Prozent). Zwei Drittel der Eltern sind mit der Förderung im Rahmen der Nachmittagsbetreuung auch zufrieden oder sehr zufrieden. Jeder Vierte gibt hingegen an, (sehr) unzufrieden damit zu sein, wie das Kind von Ganztagsschule oder Hort unterstützt wird. Auffällig: Insbesondere Eltern, deren Kinder weniger gut in der Schule sind, kritisieren die Qualität der Förderung in den Betreuungseinrichtungen (34 Prozent).

Dabei sind Kinder aus einfacheren Verhältnissen deutlich häufiger durchschnittlich bis schlecht in der Schule (57 Prozent), als Kinder aus der mittleren (34 Prozent) oder hohen Schicht (22 Prozent). Gleichzeitig benötigen deren Eltern die meiste Unterstützung bei der Förderung ihrer Kinder. Fast die Hälfte (47 Prozent) der Eltern aus der einfacheren Schicht gibt an, das Kind aufgrund begrenzter finanzieller Mittel nur eingeschränkt unterstützen zu können. Weiteren 35 Prozent dieser Eltern fällt es inhaltlich schwer, im Schulalltag zu helfen.

Die wesentlichen Ergebnisse der Studie im Überblick:

Eltern stellt die Ernährung ihrer Kinder vor Herausforderungen
• 300.000 Grundschüler, das entspricht 10 Prozent, gehen täglich ohne Frühstück zur Schule
• 57 Prozent der Eltern haben oft Probleme, ihre Kinder gesund und ausgewogen zu ernähren
Große Betreuungslücke am Nachmittag
• Für 10 Prozent der Grundschulkinder fehlt ein passender Betreuungsplatz
• 23 Prozent der Eltern, die sich Nachmittagsbetreuung für ihr Kind wünschen, können sie sich nicht leisten
Weniger Geld, weniger Bildung
• 47 Prozent der Eltern aus der einfacheren Schicht würden ihre Kinder gern stärker fördern, als die finanziellen Mittel es zulassen
• 27 Prozent dieser Eltern wünschen sich mehr Unterstützung bei der Förderung ihrer Kinder

Quelle + Foto: Lidl