agronoticias.es

Dass die spanischen Landwirte und Viehzüchter unzufrieden sind, ist schon seit langem bekannt. Aber ihre Situation verbessert sich nicht, ganz im Gegenteil. Mit ihren Kulturen oder Betrieben weiterzumachen, wird von Tag zu Tag schwieriger.

Keine fairen Preise, steigende Produktionskosten, Handelsbarrieren oder Streichung von Subventionen sind einige der Gründe für ihre Unzufriedenheit.
Desweiteren kritisiert der spanische Agrarsektor dass man ihm nicht zuhört. Hier scheint sich jedoch etwas zu bewegen, denn seit Ende Januar mobilisieren sich tausende von Landwirten und Viehzüchter im ganzen Land um klar zu machen, dass sie am Limit stehen. Einberufen von den drei wichtigsten Agrarorganisationen, UPA, COAG und ASAJA, führen sie seit Ende Januar eine Vielzahl von Demonstrationen einschliesslich Traktoren in ganz Spanien durch, um sich endlich Gehör zu verschaffen.

So legten Ende der KW 7 Demonstranten und Trekker das Zentrum der Stadt Valencia lahm. Mit über 20.000 Teilnehmern und ca. tausend landwirtschaftlichen Fahrzeugen wurde die Demonstration als historisch bezeichnet. Anfang der KW 8 kam es in der Extremadura zu Strassensperrungen und in El Ejido (Almería) blockierten die Bauern für einige Stunden die Autobahn AP7. Mitte der KW 8 sind Granada (Andalusien) und La Coruña (Galizien) an der Reihe. Für Ende der KW 8 ist eine grosse Demonstration im Zentrum der Stad Murcia geplant.

Was die Ergebnisse dieser Demonstrationen angeht, hat man bis jetzt erreicht, dass die Proteste zu einem viel kommentierten Thema in allen wichtigen Kommunikationsmedien geworden ist. Radiosender, TV, soziale Netzwerke und Tageszeitungen berichten ausführlich über die schwierige Situation im Agrarsektor und fragen u.a. nach den Gründen für die niedrigen Preise. Im Fokus steht auch der LEH und das Ungleichgewicht in der Lebensmittelkette. Mit Madrid und den Regionalregierungen ist es zu verschiedenen Treffen mit Repräsentanten der betreffenden Agrarorganisationen gekommen. Bisher jedoch ohne grosse Resultate. Das Thema ist sehr vielschichtig. Die Forderungen der Land- und Viehwirte sind lang und in diversen Fällen je nach Produkt und Region unterschiedlich. Auch weisen sie auf die Notwendigkeit hin, die spanische Agrarwirtschaft in Brüssel zu verteidigen, ein neuralgisches Zentrum wo grosse Entscheidungen getroffen werden, die den Agrarsektor betreffen. Der angekündigte Demonstrationsplan geht am 28. Februar zu Ende, aber die Agrarorganisationen haben bereits angekündigt, dass sie weiter auf die Strasse gehen werden, wenn sie keine Antwort auf ihre Forderungen bekommen