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Nach Informationen der Agrarorganisation COAG Andalucía sind die Ergebnisser der ersten Hälfte der spanischen Steinobstsaison für die Erzeuger verheerend. Ihre Analyse zeigt die Auswirkungen der neuen Strategie der grossen LEH-Ketten: billiger für die Konsumenten, ruinös für die Produzenten aber vorteilhafter für Zwischenhandel und grosse Supermärkte.

David Borda, Leiter Bereich Sommerobst bei COAG erklärte: "Die Preisschraube wurde weiter angezogen. Die Obstbauern finanzieren die neue Strategie der Vertriebsketten; billigere Früchte ab Beginn der Sommersaison (Mai) damit dieser niedrige Preis in den restlichen Monaten den Ton angibt und es ihnen leichter macht, gegenüber dem traditionellen Handel Marktanteile zu gewinnen. Auf diese Weise geht der sogenannte "Einstiegseffekt" verloren und damit auch die sonst übliche Rentabilität der extrafrühen Produktionen. Ganz zu schweigen von den übrigen Anbaugebieten, deren Ernten später auf den Markt kommen."

Borda weiter: "Die Zahlen im Campo sprechen für sich. Der Abgangspreis für Pfirsiche war im Mai um 43% niedriger als im Durchschnitt der Jahre 2013-18. Bei Nektarinen waren es 47% weniger. Die Einkaufszentralen des europäischen LEH haben einen stärkeren Preisdruck ausgeübt indem sie bei Marktankunft der ersten spanischen Sommerfrüchte die Importmengen von Exoten und deren Präsenz in den Regalen aufrecht erhalten haben." So konnten die Verbraucher auf billigeres Obst zurückgreifen. Laut COAG lag der VK im Mai 2018 für 1 kg Pfirsiche bei 3,79 Euro. In dieser Saison waren es 2,93 Euro.

Nach mehreren Jahren in denen die Erlöse für die Produzenten in den verschiedenen Produktionsgebieten unter Kostpreis lagen und zur Schliessung vo vieler Familienbetriebe geführt haben, ist die aktuelle Situation im Campo nach Angaben von COAG sehr schwierig und die Aussichten weitere Kampagnen durchzuziehen, sehr schlecht. "Wir stellen in der Obstbranche eine Beschleunigung des Modellwechsels fest. Grosse Investoren und Kapital von ausserhalb des Agrarsektors wollen die kleinen und mittleren Familienbetriebe so schnell wie möglich loswerden, damit sie ihre Entwicklung und ersehnten Dividende nicht behindern", beklagte sich David Borda. COAG Andalusien/c.s.